Deliktunfähigkeit Kinder.

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Haftpflichschaden
wegen Deliktunfähigkeit des Kindes abgelehnt?

Kinder haften für Schäden nur, wenn sie deliktfähig sind.

Hallo Blog Community! Meine siebenjährige Tochter hat am Auto des Nachbarn einen Schaden verursacht. Ich habe noch gesehen, wie sie auf das Fahrzeug zusteuerte und gerufen, dass sie aufpassen und bremsen soll. War leider zu spät. Sie streifte den Opel des Nachbarn am hinteren Kotflügel und stürzte. Zum Glück hatte sie nur ein paar kleine Schürfwunden abbekommen. Das relativ neue Fahrzeug war zerkratzt, eine Teillackierung notwendig. Da können schon mal ein oder mehrere tausend Euro zusammenkommen. Kein Problem dachte ich, wir haben unserer Familie gut versichert. Wir melden den Schaden unserer Haftpflichtversicherung. Wenig später bekamen wir mit der Post die Ablehnung des Schadens mit der Begründung, unser siebenjähriges Kind wäre deliktunfähig. Wir wären als Eltern ebenfalls nicht haftbar zu machen, weil uns keine Aufsichtspflicht-Verletzung nachgewiesen werden könnte. Was soll ich nun tun? Ist das korrekt bzw. kann ich irgend etwas anderes unternehmen? Ich möchte schließlich keinen Ärger mit meinen Nachbarn bekommen!
gesendet von: Claudia (08-09)

Eltern haften für Kinder bei Verletzung der Aufsichtspflicht.

Deliktfähige Kinder haften selbst, Eltern haften ggf. für Deliktunfähige.

Die Haftpflichtversicherung hat vollkommen richtig entschieden. Im Grunde entscheidet aber nicht die Versicherung sondern das Gesetz, ob ein Haftungsfall vorliegt oder nicht. Folglich wehrt die Haftpflicht-Versicherung lediglich unberechtigte Ansprüche ab. Ein sieben Jahre altes Kind ist nicht deliktfähig, kann also für verursachte Schäden nicht haftbar gemacht werden. Im Straßenverkehr gilt zudem eine höhere Altersgrenze, es gelten Kinder bis 10 Jahre als deliktunfähig. Wenn die Schadenschilderung ähnlich wie in diesem Artikel formuliert wurde, liegt natürlich auch keine Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Das Kind wurde ja unmittelbar vor den Schaden-Ereignis von einem Elternteil gewarnt. Somit seit ihr als Eltern nicht haftbar zu machen. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Schadensersatz. Ein Tipp für die Zukunft: Es gibt Versicherungen, die in ihren Haftpflichtpolicen von deliktunfähigen Kinder verursachte Schäden bis zu Höhe 5.000 Euro als Zusatzdeckung einbinden. Für den aktuellen Schadenfall bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Dem Geschädigten die rechtliche Situation in aller Ruhe erklären, damit es zu keinen völlig unnötigen Streit und Ausseinandersetzungen kommt. Sofern Ihr euch gegenüber dem Nachbarn moralisch verantwortlich fühlt, sollte man ggf. eine Übernahme der Kosten oder ein Beteiligung anbieten. Quasi guten Willen und Kulanz beweisen.
gesendet von: Blog Admin (08-09)

Ich verstehe die Versicherungsagenten nicht, wie kann man solche Schäden überhaupt der Versicherung einreichen? Verständlich, dass nicht jeder Versicherungsnehmer Gesetze und Klauseln auswendig kennt. Aber der Vermittler sollte doch wenigstens soviel Ahnung mitbringen, dass eine solche Schadenschilderung nur eine Ablehnung zu Folge haben kann. An solchen Beispielen wird deutlich, wie wichtig eine professionelle Beratung und Betreuung ist. Kunden von Direktversicherungen sind in im Schadensfall in der Regel völlig auf sich selbst angewiesen. Ich möchte hier Niemanden zum Versicherungsbetrug anstiften, aber eins ist hundert Prozent fakt: Viele eingereichte Schäden werden abgelehnt, weil Versicherungsvertreter nicht schlüssige oder unsinnige Schadensschilderungen weiterleiten. Dabei scheitern sie nicht nur am Thema Deliktunfähigkeit von Kindern, sondern sehr oft auch an einem andern Ausschlusskriterium: Gefälligkeiten und Schäden an geliehnen und gepachteten Gegenständen sind bei den meisten Haftpflichtversicherungen ebenfalls nicht versichert. Wer in der Ferienwohnung die Mikrowelle kaputt macht oder bei einem Freund die wertvolle Blumenvase von Schrank stößt, muss den Schaden selber begleichen.
gesendet von: Peter (08-09)