Kindesunterhalt Pfändung?

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Mit Gehaltsumwandlung gegen Lohnpfändung schützen?

Können die Zahlungen in eine Pensionskasse gepfändet werden?

Kann man sich durch eine Gehaltsumwandlung gegen eine Lohnpfändung schützen? Ich habe bis jetzt immer unter dem gesetzlichen Lebensminimum, also unter 990 Euro netto verdient. Ich erwarte eine Gehaltserhöhung und möchte natürlich nicht, dass mir der Mehrlohn gepfändet wird. Mein Arbeitgeber kennt meine Situation und hat mir deshalb eine betriebliche Altersvorsorge vorgeschlagen. Er will für mich die 150 Euro in eine Pensionskasse einzahlen. Damit wäre das Geld sicher angelegt und nicht pfändbar. Es handelt sich um Unterhalsforderungen meiner Exfrau für unser Kind. Ich möchte die Gründe für mein Handeln hier nicht näher erläutern und bitte darum, hier jetzt keinerlei Moral Diskussionen vom Zaun zu brechen. Es geht mir um eine rein rechtliche Aufklärung.
gesendet von: Günther (09-10)

Sozialamt zahlt Unterhaltsvorschuss für die Kinder.

Sozialamt zahlt Unterhalt bei Zahlungsunfähigkeit des Unterhaltspflichtigen.

Grundsätzlich sind diese Zahlungen des Arbeitgebers in die Pensionskasse erst pfändbar, wenn die Altersvorsorge an dich ausgezahlt wird. Das verhält sich bei Ansprüchen von Kindern auf Unterhalt, nicht anders als bei anderen finanziellen Forderungen. Ich gebe aber zu bedenken, dass Unterhalt nach § 197 BGB ein gesetzlich anerkannter Anspruch ist und erst nach 30 Jahren verjährt. Also ist das Problem im Ernstfall nur in die Zukunft verschoben. Sofern sich aber an der Einkommenssituation auch mit der künftig zu erwartenden bAV Rente nichts grundsätzlich ändert, kann man den Dingen gelassen entgegen sehen. Eine Moral Predigt ist in einem solchen Fall auch nicht angebracht. Der Gesetzgeber hat nicht umsonst in unserem Staat ein Lebensminimum festgelegt. Wer nicht für das Alter vorsorgen kann, wird selbst zum Sozialfall und unter Umständen unterhaltsberechtigt gegenüber den Kindern. Aus dieser Sicht erscheint der zugegeben sehr clevere Trick mit der Gehaltsumwandlung in einem ganz anderen Licht.
gesendet von: Jürgen (09-10)

Für den Unterhalt der Kinder braucht man auch keinen vollstreckbaren Titel, wie es bei anderen privatrechtlichen Forderungen der Fall ist. Der Anspruch auf Unterhalt wird bereits fällig, wenn er entstanden ist. Die Forderung muss nicht erst geltend gemacht werden und es bedarf keines gerichtlichen Urteils. Die so genannte Düsseldorfer Tabelle kann zur Ermittlung der Ansprüche herangezogen werden. Mütter, Väter oder deren Kinder können sich teure Rechtsanwälte sparen. Unabhängig von Einkommenssituationen hat das Kind gesetzlich verankerten Anspruch auf Zahlung von Unterhalt. Nervende Rechtsstreite sind überflüssig. Das Sozialamt leistet einen Unterhaltsvorschuss für den Unterhaltsempfänger und übernimmt die Geltendmachung der Ansprüche gegenüber den Unterhaltspflichtigen. Das ist leider wenig bekannt. Viele Elternteile mit Sorgepflichten verzichten auf jede Aktivität, weil bei dem Unterhaltspflichtigen auf Grund Zahlungsunfähigkeit ohnehin nichts zu holen ist. Viele Eltern machen auf Grund guter eigener Vermögenssituation keinen Unterhalt geltend. Dabei könnten die Gelder für das Kind über Jahre angespart, Ausbildung und Berufsstart sichern.
gesendet von: Admin (09-10)