Rente ab 67 & bAV.

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Passt sich die bAV an das neue Renten-Eintrittsalter an?

Werden bAV Verträge an die Neuregelungen der gesetzlichen Rente angeglichen?

Die Bundesregierung hat beschlossen, das Renten-Eintrittsalter für die gesetzliche Rentenversicherung zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Mit dem Geburtsjahr 1947 beginnend wird die Regelaltersgrenze zunächst in Monats-Schritten und dann ab 2024 in zwei Monats-Schritten auf die neue Altersgrenze von 67 angehoben. Das bedeutet das für gesetzlich Rentenversicherte des Jahrgangs 1964, dass die neue Altersgrenze bereits voll greift. Wie wirkt sich diese Änderung in der gesetzlichen Rentenversicherung auf die betriebliche Altersversorgung aus? Werden die bestehenden bAV Verträge automatisch an die Rente ab 67 angepasst? Was muss das Unternehmen bei bAV Bestandsverträgen beachten, bei denen das Endalter 60 oder 65 vereinbart wurde?
gesendet von: F. Große (08-09)

Anpassung der bAV an die gesetzliche Regelaltersgrenze von 67.

Bestehende bAV Vertäge und neues Renten Eintrittsalter von 67 Jahren.

Die bestehenden bAV Verträge passen sich nicht zwangsläufig an die neue Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung an. Unternehmen sollten die Versicherungsverträge genau prüfen. Wurde eine dynamische Altersgrenze vereinbart, passt sich die bAV Police an das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren an. Leider sind die Formulierungen in den Versicherungsbedingungen für den Laien keinesfalls eindeutig zu interpretieren. Bei dynamischen bAV Verträgen findet man oft Klauseln wie "die normale Altersgrenze entspricht der Realaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung". Im Zweifelsfall sollte Rücksprache mit dem Versicherer erfolgen. Wird in der Versorgungsordnung von festen Altersgrenzen gesprochen erfolgt auch keine Anpassung. Es wird in solchen Fällen von Anspruch auf Rente mit Vollendung des 60. oder 65. Lebensjahres gesprochen. Von den gesetzlichen Regelungen abweichende Altersgrenzen sind völlig legitim und werden auch von den aktuellen Veränderungen nicht berührt. Wurde also eine Rentenanspruch für die Vollendung des 65. Lebensjahres fest vereinbart, besteht auch kein Anspruch auf Anpassung an die neue Altersgrenze von 67 Jahren.
gesendet von: Blog Admin (08-09)


Was passiert wenn ich bis 67 Jahre arbeiten muss, aber ich in der bAV eine Rentenzahlung ab den 65 Lebensjahr vereinbart habe? Verschiebt sich die Rentenzahlung oder bekomme ich schon Rente während meiner regulären Arbeitszeit?
gesendet von: Rolf (08-09)


Sofern das Ausscheiden aus dem Unternehmen nicht an dem Bezugsbeginn der betrieblichen Altersvorsorge gekoppelt ist, kann die bAV Rente parallel zum Lohn oder Gehalt gezahlt werden. Im Prinzip muss das Unternehmen aber für diese Zeitspanne der quasi Überlappung für den Arbeitnehmer weiter Beiträge leisten. Interessant ist auch der umgekehrte Fall. Auch die steuerliche Altersgrenze wurde angehoben, von 60 auf 62 Jahre. Das bedeutet für die Unternehmen, ab 2012 dürfen keine Verträge mehr mit einem Renteneintrittsalter von 60 abgeschlossen werden. Für bAV Verträge gilt dann ein Mindest-Endalter von 62. Durch die Regelungen des Betriebsrentengesetz, kann bei bestehende Verträge für die Unternehmen konkreter Handlungsbedarf entstehen. Arbeiten die Mitarbeiter über das 65 Lebensjahr hinaus, haben sie auch Anspruch auf bAV für diesen Zeitraum. Ist die betriebliche Altersversorgung aber auf die Vollendung des 65. Lebensjahres vereinbart, wird ab diesen Zeitpunkt auch nicht mehr in die bAV eingezahlt. Will man aber dem Anspruch des Arbeitnehmers aus dem Betriebsrentengesetz gesetzeskonform gerecht werden, müsste rein theoretisch für die zwei weiteren Arbeitsjahre ein neuer bAV Vertrag geschlossen werden.
gesendet von: Blog Admin (08-09)